Hurtigruten, schiffsreise norwegen
Norwegen, Mittsommer

Sehr geehrte Norwegen-Interessierte,

herzlich Willkommen auf unserer Internetseite, auf der wir Ihnen das Erlebnis der norwegischen Küstenlinie gerne näher bringen möchten. Die Reederei, welche heute die Küstenlinie befährt, nennt sich Hurtigruten. Wir von Rautenberg Reisen sind auf diese Region und die Reisen mit den norwegischen Postschiffen spezialisiert. Keine Ihrer Fragen sollte unbeantwortet bleiben und Fragen werden Sie haben, ganz bestimmt! Um überhaupt einen Einstieg in die vielfältigen Reisevariationen zu bekommen, geben wir Ihnen die wichtigsten Informationen in “geballter Ladung” hier als Übersicht. Im weiteren Verlauf Ihrer Reiseplanung unterstützen wir Sie sehr gerne und freuen uns darüber, wenn wir die fertig ausgearbeitete Reise für Sie buchen dürfen.

Zur Postschifflinie, der Hurtigruten:

  • Jeden Abend verlässt ein Schiff der Hurtigruten den Hafen von Bergen, mit Ausnahme Heiligabend.
  • Wendepunkt der Reise ist in Nordnorwegen, nahe der russischen Grenze, die Stadt Kirkenes.
  • Die nordgehende Reise dauert 6 Nächte, die südgehende Reise 5 Nächte.
  • Die Schiffe liegen oft nur kurz in den 35 Häfen (nordgehend) und 34 Häfen (südgehend). In den großen Orten aber zumindest 3 Stunden.

Hurtigruten bietet 4 Variationen als pauschale Pakete an:

  1. Die komplette Reise Bergen – Kirkenes – Bergen (11 Nächte)
  2. Verkürzte Reise Bergen – Kirkenes – Trondheim (10 Nächte)
  3. Nordgehende Route Bergen bis Kirkenes (6 Nächte)
  4. Südgehende Route Kirkenes bis Bergen (5 Nächte)

Nordgehende vs. südgehende Route

Nun fragen uns viele Gäste, welche Richtung denn nun die schönere ist. In diesem Fall können wir auch mit über 25 Jahren Erfahrung nur mit den Achseln zucken. Wir können es nicht beurteilen. Im Grunde sind beide Strecken in vielen Punkten einzigartig. Nordgehend haben Sie die größeren Städte tagsüber, südgehend die fantastischen Landschaften tagsüber. Es lohnt sich letztendlich die komplette Reise von Nord nach Süd (Bergen - Kirkenes) und wieder retour.

Hurtigruten InfoPoint

Die Anlaufzeiten der Häfen im Vergleich zwischen Nord- und Südgehender Route sind sehr unterschiedlich. Am deutlichsten tritt der Unterschied beim Landschaftlichen “Filetstück” zu Tage.

Ankunft auf den Lofoten Nordgehend ist um 21.00 Uhr. Ihr Schiff verlässte die Vesterålen am nächsten Morgen um 08.00 Uhr. Die Passage durch den Raftsund erfolgt also in der Nacht.

Ankunft auf den Vesterålen Südgehend morgens um 08.00 Uhr. Ihr Schiff verlässt die Lofoten am Abend um 21.00 Uhr. Die Passage durch den Raftsund erfolgt am Tage.

Sie können per Flug, per PKW, oder per Fähre, bzw. Fähre/Bahn in Kombination anreisen. Hurtigruten befördert neben Ihnen auch den eigenen PKW, oder das Motorrad und ermöglicht Ihnen damit individuelle Entdeckungen im Land vor oder nach der Reise.

    Manche Kunden reisen gerne mit der Bahn und mit der Fähre. Hier gibt es 3 Variationen:

    1. Fähre Colorline Kiel nach Oslo (1 Nacht an Bord). Dann eine weitere Übernachtung in Oslo. Weiterfahrt mit der Bergenbahn nach Bergen. Sie können direkt auf das Schiff, wobei eine weitere Nacht in Bergen nicht nur anzuraten, sondern auch empfehlenswert ist.
    2. Fähre von Kopenhagen nach Oslo (1 Nacht an Bord). Im Anschluss ist eine direkte Weiterfahrt nach Bergen mit der Bergenbahn möglich und Sie können direkt aufs Schiff.
    3. Fähre von Hirtshals nach Bergen (2 Nächte an Bord). Geeignet nur für Autoreisende, wobei hier auch zu überlegen wäre, ob die Variante mit der Colorline und einer anschließenden Fahrt über das Hardangervidda nicht interessanter ist.

    Das Angebot an Ausflügen ist sehr groß, allerdings sind nicht alle davon unsere Empfehlung wert, zumal die Kosten dafür als sehr hoch bezeichnet werden können. Wir haben für manche Häfen gute Alternativangebote. Verschiedene Orte können Sie per Pedes, Bus oder Taxi genauso gut, oder gar sogar besser erleben. Mit jeder Buchung erhalten Sie Ihren persönlichen Reiseverlauf mit entsprechenden Empfehlungen von uns.

    Hurtigruten können Sie aber auch von Hafen zu Hafen buchen, praktisch wie einen Linienbus.
     

    Sie können z.B. in Bergen einsteigen und am nächsten Morgen in Torvik aussteigen. Diese Variante ist natürlich toll, da sie es ermöglicht auch das Land ganz nach Wunsch kennenzulernen. Leider ist das auch eine sehr teure Variante. Als Alternative dazu lohnt es sich eine „pauschale“ Strecke mit Hurtigruten zu buchen und im Anschluss eine Mietwagen- oder Bahnreise zu unternehmen. Wie das geht, verraten wir Ihnen.

    Ideal ist hier die Fluganreise. Häufig gibt es nur die SAS oder die Norwegian die morgens von Oslo nach Kirkenes fliegt. Im Sommer erreichen Sie das südgehende Hurtigrutenschiff mit der Frühmaschine der SAS. Bei Anreise mit der Norwegian, oder generell in der Winterzeit, empfehlen wir dringend eine Übernachtung in Kirkenes.

    Von Bergen:

    Einen Rückflug vor 17.30 Uhr von Bergen am Ankunftstag der Hurtigruten nach Hause, empfehlen wir nicht – das wird recht knapp. Sinnvoll ist eine Verlängerungsnacht in Bergen. Es fährt ein Nachtzug Richtung Oslo. Die Fahrt über Nacht ist aber nicht sehr erholsam, am Tage dagegen wundervoll.

    Von Kirkenes:

    Es gehen jeden Tag 1-2 Flüge von SAS und Norwegian nach Oslo. Im Winter empfehlen wir aufgrund der schwankenden Witterungsverhältnisse eine Übernachtung in Kirkenes.

    Im Grunde ist das eine berechtigte Frage, denn die Reisen sind im Vergleich zu internationalen Kreuzfahrten verhältnismäßig teuer, die Reisen enthalten weniger Inklusivleistungen und der Komfort ist geringer.

    ABER: Die Reise per Postschiff ist authentischer und durch die permanente Nähe zum Festland deutlich erlebenswerter.

    Es gibt viele Einheimische die die Schiffe von einem zum nächsten Hafen benutzen wie einen Linienbus. Man kommt ins Gespräch, oder lauscht der fremden, melodiösen Sprache. In Bodø steigen die Kinder einer Grundschule ein – an Bord steppt der Bär. Aber nur bis zu den Lofoten, denn die Kinder machen einen Wochenendtrip. So ist der “Spuk” nach 3 Stunden wieder vorbei und wird als Unterhaltung und nicht als Störung wahrgenommen.

    Man hat die ganze Zeit über das Gefühl, ein Teil vom Land zu sein (Entschuldigung – Gefühle sind schwierig in Worte zu fassen).

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    Hurtigruten versus Kreuzfahrt, was ist besser für mich geeignet?

    Eine Reise mit den norwegischen Postschiffen ist anders als eine “reguläre Kreuzfahrt”. Die Unterschiede versuchen wir Ihnen anhand einer Tabelle aufzuzeigen:

    Kreuzfahrten

    Hurtigruten

    Saisonale Reisen vorwiegend im SommerTägliche Abfahrten das ganze Jahr über
    Abfahrt i.d.R. ab Deutschland, keine Variations-, bzw. KombinationsmöglichkeitenHaupthafen Bergen, Zustieg an allen Häfen möglich, eine Kombination mit Landaufenthalt in vielen Variationen möglich
    Weniger Häfen, dafür lange Liegezeiten (oftmals den ganzen Tag)35 Häfen, darunter sehr kleine Orte, exklusive Anläufe, kürzere Aufenthalte
    Die Fahrt findet immer außerhalb der 12 Meilen Zone statt (internationale Gewässer), die Küstenlinie ist also nur von weitem zu sehenEntfernung zur Küste nur wenige Meter, man reist immer mit „vollem Panorama“ und teilweise auf extrem schmalen Wasserstrassen, die nur von Hurtigruten befahren werden können
    Je nach Schiff unterschiedliche Animation tagsüber/abendsKeine Animation, die Natur und der Mensch steht im Mittelpunkt
    Bis zu sieben Mahlzeiten täglich, teilweise inklusive GetränkeDrei Mahlzeiten täglich, Getränke nur zu den Mahlzeiten eingeschränkt inkludiert
    Meistens bleibt das Schiff während des Ausfluges im Hafen liegenOftmals fährt das Postschiff weiter, nach dem Ausflug steigt man an einem anderen Ort wieder ein
    Kabinengröße im Durchschnitt 13 qmKabinengröße im Durchschnitt 11 qm

    Die Geschichte der Hurtigruten

    Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts benötigt die Post vom Süden bis in den norden Norwegens bereits im Sommer drei Wochen. Im Winter war die Beförderung nahezu unmöglich, bzw. dauerte schon mal bis zu fünf Monate. Die Regierung Norwegens ist bis heute sehr daran interessiert, den Norden des Landes für die Bevölkerung attraktiv zu gestalten und zu halten.

    Die Geschichte der Hurtigruten beginnt für uns offiziell im Jahre 1891. In diesem Jahr erfolgt die staatliche Ausschreibung zu einem Wettbewerb, verbunden mit der Aussicht einen hohen staatlichen Zuschuss bei Auftragsausführung zu erhalten. Es soll eine ganzjährig befahrbare Route gefunden werden. Garantiert werden sollte im Sommer der Linienverkehr zwischen Trondheim und Hammerfest und im Winter zumindest auf der Strecke Trondheim – Tromsø.

    Die Reedereien Nordenfjeldske Dampskibsselskab und Det Bergenske Dampskibsselskab winkten direkt ab. “Nicht machbar – zu gefährlich” war die Stellungnahme. Anders sah es die vor kurzem gegründete Reederei Vesteraalens Dampskibsselskab (OVDS) aus Stokmarknes. Kapitän Richard With und sein Freund, der Lotse Anders Holthe verfügten über recht genaue Seekarten aus dieser Region und hielten das Projekt trotz fehlender Leuchtfeuer für durchführbar. Somit startete am 02. Juli 1893 das erste Dampfschiff, die “DS Vesteraalen” von Trondheim, Kurs Hammerfest.

    Norwegen erschließt sich mit dieser Verbindung eine völlig neue Kommunikation. Nachrichten werden nun in ca. 67 Stunden von Trondheim nach Hammerfest gesendet.
    Die Verbindung wird im Laufe der Jahre weiter ausgebaut. 1898 kommt Bergen als südlichster Hafen hinzu, 1914 der heutige Wendepunkt der Route, Kirkenes.

    Die Regierung will die als wöchentlich gestartete Verbindung erweitern und wendet sich wieder an die Nordenfjeldske Dampskibsselskab und Det Bergenske Dampskibsselskab. Diesmal nimmt diese die Herausforderung an, zumal ja die komplette Vorarbeit von Holthe und With geleistet worden war. In späteren Jahren verkauft die Bergenser BDS ihre Schiffe an eine andere Reederei, der TFDS (Troms Fylkes Dampskipsselskap). Zwischenzeitlich bedienen bis zu einem Dutzend Reedereien Teile der Hurtigruten Strecke. Nach dem 2. Weltkrieg befahren überwiegend die OVDS und die TFDS die norwegische Hurtigruten.

    Beide Reedereien verfügten neben den Schiffen noch über zahlreiche andere Unternehmen, wie z.B. den Betrieb der Hafenlager, bis hin zu einer KFZ-Glaserei. Beide Reedereien gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten und beschlossen eine Verschmelzung zur heutigen Hurtigruten AS mit Sitz in Tromsø. 2009 wurde dann das “Tafelsilber” verscherbelt. Dazu gehörten u.a. auch der Betrieb von rund 400 Fährschiffen. Nach der Konzentration auf das Kerngeschäft, der Passagierschiffahrt, geht es aufwärts.

    Im Jahr 2015 kauft Hurtigruten die 2009 in Portugal gebaute MS Spitsbergen. Mitte 2016 hat sie den Dienst als Expeditionsschiff aufgenommen. Im Wechsel mit der MS Midnatsol bedient sie zudem die Hurtigruten Küstenlinie. 2016 erfolgt der nächste Schritt in Richtung Expeditions-Seereisen: Hurtigruten ASA gibt der Kleven Verft den Auftrag zum Bau von 2 Expeditionsschiffen (MS Roald Ammundsen & MS Fridjof Nansen) mit einer Option auf drei weitere Schiffe. Es sind besondere Schiffe, die ersten mit einem Hybrid-Antieb. Der Verbrauch wird im Schnitt um 20% gesenkt. Insbesondere in ökologisch empfindlichen Regionen der Erde kann zum großen Teil mit Strom gefahren werden.

    Die Kleven Werft hat es -salopp geschrieben- nicht “gepackt” und gerätt 2017 in große finanzielle Bedrängnis. Die Pleite droht und damit bekommt auch Hurtigruten ein Problem. Das erste Schiff soll bereits 2018 in See stechen und daraus wird nun nichts. Zahlungen an Kleven Verft sind bereits erfolgt. Diese will bzw. kann mann nicht einfach abschreiben.. Es folgt die Flucht nach vorn: Hurtigruten ASA kaufen gemeinsam mit der deutschen Lüssen Werft das Gro der Kleven Werft und hält sie bis heute in Betrieb. Das Wagniss ist in Anbetracht ausländischer Konkurrenz riesig. Im internationalen Bereich sind die Produktionskosten erheblich niedriger, als auf den norwegischen Lofoten. Wie es scheint, wird die Roald Ammundsen zum Sommer 2019 in Dienst gestellt.