2014 Tag 10 Der Tag der Ausflüge

By 19. Mai 2014 No Comments

Der Tag der Ausflüge

Verschlafenes Harstad

Also mal ganz ehrlich: Den Halt in Harstad habe ich verschlafen. Das ist aber auch nicht tragisch, denn wichtig für HURTIGRUTEN-Gäste ist der Hafen lediglich als Ausgangspunkt für die Vesterålen Überquerung.

Wir bevorzugten die Reise mit und auf unserem Schiff um die Vesterålen herum, durch die schmale Risøyrinne nach Risøyhamn und weiter nach Sortland. Wie üblich wird in Risøyhamn wieder viel mehr Ware angeliefert als angemeldet ist, was zu einer kleinen Verzögerung im Fahrplan führt. Die Zeit wird uns aber durch eine Gruppe von Schülern verkürzt, die extra zum Hafen gekommen sind, um uns einige Lieder vorzusingen. Das Wetter ist super und vor allem wird es langsam wärmer. Der Schnee im Gebirge hat sich im Laufe der letzten beiden Tage deutlich reduziert und wir freuen uns auf den Raftsund.

Die alte und die junge Lady Finnmarken

Zuerst müssen wir aber noch der alten MS Finnmarken einen Besuch abstatten, die in Stokmarknes auf uns wartet. Wir nehmen das alte, aufgeslippte Schiff im Sturm, denn auch hier ist die Zeit zum Besuch begrenzt und wir wollen ja schließlich viel sehen!

Die Entscheidung fällt einstimmig aus: Wir bleiben bei unserer MS Finnmarken und genießen den Komfort. Außerdem wäre es mühselig, die Koffer wieder zu packen, umzuziehen und das alte Schiff wieder flott zu machen.

Austendern zur Adlersafari

Es flogt die Einfahrt in den Raftsund. Alle Mann (und Frauen) an Deck – es gibt was zu gucken! Die Landschaft sucht einfach ihresgleichen. Ich habe eine Boje fotografiert, an der man sehr gut erkennen kann, wie groß die Strömung im Raftsund ist. Die Boje wird von der Fließgeschwindigkeit fast unter Wasser gezogen. Zwei unserer Gäste haben die Adlersafari gebucht. Zum Glück im voraus, denn der Ausflug stand aufgrund der hohen Vorausbuchungen nicht mehr zur Verfügung.

Das Safari-Schiff kommt längsseits der MS Finnmarken und die Ausflügler werden bei laufender (langsamer) Fahrt ausgebootet. Beide Gäste kommen später in Svolvær begeistert zurück. Die MS Finnmarken gleitet majestätisch in den Trollfjord, dreht und nimmt langsam Fahrt auf Richtung Svolvær.

Erste Märchenstunde

Wussten Sie eigentlich, dass der Trollfjord durch eine Troll-Axt entstanden ist? Der Troll Vagakallen fand eines Tages ein schwarzes Schaf in seiner Herde und konnte es dort nicht akzeptieren. Das Schaf war ziemlich bockig und wollte partout die Herde nicht verlassen. So nahm er eine Axt und warf sie nach dem Paarhufer. Er verfehlte das Tier und die Axt donnerte in das Gebirge des Raftsundes und ein tiefer Einschnitt entstand. Heute nennt man ihn Trollfjord.

Zweite Märchenstunde

Ankunft der MS Finnmarken zeitgleich mit den Ausflüglern in Svolvaer. Ülle, unsere Reiseleiterin, wartet schon auf uns und es steht ein großer Bus parat um uns bis nach Stamsund – dem nächsten Haltepunkt der Hurtigruten zu bringen. Die Tour führte in den kleinen Künstlerort Henningsvær. Durch das ruhige Wasser im Hafen und den Rorbuer-Häusern am Rande ist das ein echtes Postkartenmotiv. Leider verließ uns kurz darauf das Glück mit dem Wetter. Die E10 verläuft teilweise an der Westküste der Lofoten, der wilden Küste. Geplant ist hier ein Stopp an einem schönen Aussichtspunkt. Die Realität sah so aus, dass wir zwischen den Bergen eine hohe Nebelwand durchwallen sahen und genau dort fuhren wir hinein. Ülle versicherte uns glaubwürdig die Sehenswürdigkeiten bei totalem Nebel: „Hier sehen Sie den wunderschönen Küstenverlauf – ein Blick nach oben zeigt Ihnen die imposanten, gezackten Berge – die Kirche auf dem Hügel dort links ist geformt wir eine Sprungschanze….“ Jaja Ülle, wir alle haben Dir geglaubt, gesehen haben wir aber nix.

Ende der Märchenstunden,
zurück zum Schiff,
nur noch handfestes Seemannsgarn

Das Abendessen wurde natürlich wieder in der Skolestua serviert, einem kleinen Restaurant, welches eine ehemalige Ein-Raum-Schule gewesen ist. Zu Essen gab es Wal-Gulasch, Lachsgratin und Torsk-Tunge (Dorschzunge) paniert. Alles wieder sehr sehr lecker.

Die Fahrt ging weiter auf der E10 bei dichtem Nebel. Olav, unser Busfahrer, kennt die Strecke aber im Schlaf und er fährt auch so gemütlich als hätten wir alle Zeit der Welt. Dabei wartet das Schiff nicht auf uns. Er schlägt sogar noch eine „Stadtrundfahrt“ durch den Ort Leknes vor. Ülle fragt ihn leise, ob wir mit der Zeit nicht Schwierigkeiten bekämen, aber er winkt ab. Und siehe da, er hatte recht. Wir passierten den völlig aussagefreien Ort in wenigen Augenblicken und fuhren wieder zur Ostküste der Lofoten hinüber. Kaum waren wir über den Bergkamm, schien die Sonne, als könne Sie kein Wässerchen trüben und zeigte sich uns gegenüber als völlig unschuldig. Wir waren zeitig wieder zurück beim Schiff und nahmen Kurs auf Bodø über den Vestfjord.

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