Kristiansund

Terrassenförmig steigt die auf 3 Inseln errichte Stadt mit ca. 17.000 Einwohnern vom namensgebenden Sund in die Höhe. Man sagt, Kristiansund sei „auf Klippfisch gebaut“.

Die „Klippfisch-Stadt“

Kristiansund ist in den  Fahrplan der Hurtigruten nicht so günstig „eingebaut“ wie es die Stadt verdient hätte. Auf der nordgehenden Route stoppt man in der Nacht, auf der südgehenden am späten Nachmittag, aber nur kurz.

Kristiansund erhielt 1742 von König Christian VI den Stadtstatus und das Handelsrecht. Zuvor hieß der Ort Fosna und war einer der wenigen Orte, die behaupten können, die ersten Bewohner Norwegens beherbergt zu haben. Die sogenannte Fosnakultur geht bis 8.000 Jahre vor Christus zurück. Es wird angenommen, dass hier schon Menschen lebten, bevor die letzte Eiszeit vor 10.000 Jahren zu Ende ging.

Genau wie bei vielen anderen norwegischen Küstenstädte war die gute Hafenanlage die Grundlage für die Entwicklung und den Wachstum. Es wird gesagt, Kristiansund sei auf Klippfisch gebaut. Die Kenntnis für die Produktion von Klippfisch hatte in den 1690er Jahren ein Holländer mitgebracht. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Produktion von Klippfisch zu einem wichtigen Wirtschaftszweig.

Erfolgreicher Handel

Unzählig viele Schiffe brachten gesalzenen Fisch, der erst gewaschen-, dann eingesalzen- und zu Stapeln geschichtet wurde. Anschließend wurde der Fisch zwei Wochen unter Druck zusammen gepresst, damit die Salzlake abfließen konnte. Die Nachfrage nach Klippfisch war so enorm, dass die Fischer in der näheren Umgebung nicht mehr genug nachliefern konnten, sodass Rohfisch von den Lofoten und aus der Finnmark zusätzlich gekauft werden musste. Durch den Fischhandel gelangten die Geschäftsleute der Umgebung zu Wohlstand und Reichtum.

Erst nach dem 2. Weltkrieg und einer völligen Zerstörung des Stadtkerns wuchs die Wirtschaft auf zusätzlichen Standbeinen. Jahrhunderte lang hatte sich die Stadt in Richtung Meer orientiert und fast ausschließlich von der Fischerei gelebt. Heute ist das Nordseeöl für die Ölindustrie vor der mittelnorwegischen Küste der wichtigste Wirtschaftszweig für Kristiansund.

Der malerische, äußerst lebhafte Naturhafen, in dem seit Jahrhunderten die großen Schiffe und kleinen Fischkutter einfahren, gilt als einer der am besten geschützten Häfen in Norwegen. Ein Speicher beim Hafenbecken Vågen, in dem einst Klippfisch gelagert wurde, dient heute als Klippfischmuseum.

Kristiansund ist auch als Opernstadt bekannt, da die norwegische Volksoper hier ihren Anfang nahm. Jedes Jahr im Februar findet eine Opernwoche in der kleinen Stadt statt, zu der sich Opernliebhaber aus aller Welt treffen.

Quelle:

DUMONT Reisetaschenbuch, Hurtigruten – Die schönste Seereise der Welt

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