MS Roald Amundsen überzeugt in Hamburg

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  • 13. Juli 2019
MS Roald Amundsen in Hamburg

MS Roald Amundsen präsentiert sich in Hamburg

Eigentlich sollte dies hier ein „Live“-Bericht werden. Der Plan war, die MS Roald Amundsen am Morgen des 11.07.2019 in Hamburg zu besichtigen. Zudem wollte ich tolle Fotos zu machen und hier ins Web zu stellen. Leider machte mir die Deutsche Bahn einen dicken Strich durch die Rechnung. Ausgefallene Züge, verpasste Umstiege, kein Internet an Bord – so kann man keine Berichte schreiben!

Nun aber möchte ich Ihnen meinen Bericht zur Besichtigung der Roald Amundsen vorstellen und hoffen, ich kann Sie von dem ersten Hybridbetiebenen Expeditionsschiff der Welt überzeugen!

Ankunft in Hamburg

Ich wollte die MS Roald Amundsen gerne noch vor anlegen am Kai des Altona Cruise Centers fotografieren, praktisch auf „freier Wildbahn“ mitten auf der Elbe erwischen. Das erfordert frühes Aufstehen und Wissen wo sich das Schiff befindet. Bereits um 05:00 Uhr klingelt der Wecker. Ein erster Blick auf die Software die mir genau mitteilt, wo sich das Schiff befindet verrät mir, das noch Zeit für eine Tasse Kaffee und ein kleiner Sandwich bleibt. Anschließend geht es per Taxi am Altona Cruise Center vorbei, die Elbe hinaus. Unweit davon finde ich einen sehr guten Platz zum fotografieren. An der Schiffshaltestelle „Teufelsbrücke“ hat man eine gute Aussicht!

Die Roald Amundsen ist etwas früh und ich muss nicht lange warten. Nach 5 Minuten taucht sie im Hintergrund auf und schippert mit ca. 9 Knoten ihrem ersten Hafen in Deutschland entgegen. Zudem ist das Wetter leider nicht so gut, dafür aber meine Stimmung! Nachdem ersten Photoshooting geht es zum Frühstück zu den Landungsbrücken per Bus-Boot. Mit ca. 6.50 Euro für ein Tagesticket, kann ich ab 09:00 Uhr günstig die Stadt erkunden und auch die Busboote benutzen. Praktisch und günstig!

Der Termin für die Schiffsbesichtigung ist erst um 11:00 Uhr, so dass ich schön in den Tag hineinbummeln kann. Die Vorfreude steigt weiter und so beschließe ich auf gut Glück schon früher zum Altona Cruise Center zu fahren. Dafür werde ich belohnt:

Schiffsbesichtigung der MS Roald Amundsen

Eine Stunde vor der vereinbarten Zeit befinde ich mich bereits an Bord und nutze die Gelegenheit mich individuell umzusehen. In diesem Berich stelle ich Ihnen eine kleine Auswahl von Bildern zur Verfügung. Die Seite für die Schiffsbeschreibung wird dann deutlich umfangreicher in der Präsentation und steht in Kürze für Sie zur Verfügung.

Das Hybridschiff präsentiert sich von Außem in den gewohnten Farben der Hurtigruten Reederei: Schwarz, Rot, Weiß. Das Design ist sehr modern. Auf Anhieb fallen mir zwei Dinge auf: 1. Das Schiff verfügt über auffallend viele Balkonkabinen, 2. Der Bug der MS Roald Amundsen ist komplett verglast. Das gab es so noch nicht! Dank der Verglasung und Überdachung des Decks hat der Gast die Möglichkeit unabhängig der Wetterbindungen in die Spitze des Schiffes zu gehen. Dadurch ergeben sich völlig neue Aussichten bei Ihrer Reise!

Bei betreten der MS Roald Amundsen wird einem schnell klar: Ich befinde mich hier im hohen Norden. Moderne norwegische Elemente und Designs wurden mit traditionellen Elementen der norwegischen Kultur sehr gelungen verbunden. Die Holzvertäfelung im Restaurant Fredheim ist so gut gelungen, dass man darüberstreichen muss um festzustellen, dass es sich um ein schwer entzündliches Imitat handelt.

Die Restaurants

Das Schiff verfügt insgesamt über drei Restaurants. Davon ist das Restaurant Lindstøm bei den Suiten-Gästen im Preis inkludiert und für alle weiteren Passagieren für 25 Euro je Mahlzeit zubuchbar. Im Restaurant Aune speisen alle Gäste ohne Aufpreis. Auch hier werden Sie sich dank liebevoller Gestaltung sehr wohl fühlen. Dann gibt es für zwischendurch, oder als Abwechslung noch das Restaurant Fredheim.

Die Kabinen

Die MS Roald Amundsen verfügt ausschließlich über Aussenkabinen mit vollwertigem Fenster. Selbst die kleinste Kabine bietet mit 17qm sehr viel Platz. Die größte Unterkunft finden Sie in der Roald Amundsen Suite mit über 50qm Platzangebot und privatem, großen Balkon. Insgesamt verfügt das Schiff über eine Vielzahl unterschiedlicher Kabinentypen die sich sehr stark voneinander unterscheiden. Insofern bin ich froh an Bord geswesen zu sein. Erst jetzt kann ich Sie entsprechend Ihren Wünschen auch kompetent beraten. Eines haben alle Kabinen und Suiten miteinander gemein: Sehr sehr gemütlich, helle und freundliche Farben, naturverbunden nordisches Design. Wunderbar!

Mit 530 Betten ist die Amundsen eigentlich zu groß für ein Expeditionsschiff. Zum Glück werden auf Expeditionsreisen maximal 260 Passagiere mitgenommen. Das ist auch schon recht viel, aber je mehr Gäste an Bord sind, desto günstiger kann eine Reise angeboten werden. Die maximale Passagierzahl ist meiner Ansicht nach an der Obergrenze des machbaren. Also auch hier „alles im grünen Bereich“!

Science Center – Expedition mitgestalten

Die MS Roald Amundsen ist das erst Schiff bei dem ich den Wunsch verspüre die Welt ganz genau kennen zu lernen. Der Bereich des Science Center auf dem Hauptdeck ist sehr großzügig angelegt. An einem Tisch mit einem großen, eingelassenen Monitor kann ich Informationen zu unserer aktuellen Route abfragen, mich über unheimlich viele Dinge Informieren. Insgesamt acht Mikroskope stehen den Expeditionsteilnehmern für eigene Untersuchungen zur Verfügung. Zwei amerikanische Biologen stehen dabei mit besonderen Mikroskopen für Erklärungen zur Verfügung. Es gibt auch deutsche Lektoren und Forscher an Bord. Darüber hinaus gibt es verschiedene Vorträge der Lektore, Filme und Bücher.

Dann ist da noch die Unterwasserkamera mit an Bord und bringt Bilder von den Tiefen unter dem Schiff live an Bord. Zur Untersuchung der Meeresfauna und Flora gibt es ein Aquarium, in dem die eher unfreiwilligen „Bordgäste“ genauer unter die Lupe genommen werden. Nach der Untersuchung geht es natürlich wieder zurück ins Meer!

Annehmlichkeiten An Bord der MS Roald Amundsen

Auf diesem Schiff werden Sie nichts vermissen. Das oberste Deck verfügt über eine Joggingstrecke. Darüber hinaus finden Sie verschiedene Stationen, an denen Sie Gymnastik- bzw. Fitnessübungen machen können. Danach geht es ein Deck hinunter. Hier warten zwei große Whirlpools und ein kleines Schwimmbad auf Sie. Durch die Lage des Pools wirkt es, als würde er fließend ins Meer hinaus gehen. Sehr gelungen. Eine großzügig angelegte Sauna (mit Texilien) und Duschen gibt es hier ebenfalls. Dazu ein mittschiffs gelegenes Fitnesscenter und ein breites Angebot an Wellnessanwendungen (Gebührenpflichtig).

Der Hybridantrieb und das Schiff

Hurtigruten hat mit der Indienststellung des Expeditionsschiffes MS Roald Amundsen einen neuen Meilenstein gesetzt. Die Dieselmotoren entsprechen natürlich dem modernsten Standard und dazu gibt es Batterien an Bord, die den CO² Ausstoß des Schiffes um 20% gegenüber einer vergleichbaren Schiffsgröße verringern. Dazu ist das Schiff fähig, an Land mit Landstrom versorgt zu werden. Sie kann bis zu 30 Minuten rein elektrisch fahren. Das ist zugegeben nicht sehr viel, aber ermöglicht in unberührter Natur eine leise Annäherung an die Küste. Ein echter Mehrwert bei einer Expeditionsreise. Durch die hohe Eisklasse, kann die MS Roald Amundsen Eisschollen bis 60cm Dicke durchbrechen und sich sehr nahe an die Küsten Grönlands und der Antarktis heranwagen. In 2019 wird die Amundsen das erste Mal die Nord-West Passage durchfahren. Schiff ahoi!

Mein Fazit

Für Hurtigruten ist die Fokussierung auf Expeditionsreisen ein großes und kostspieliges Wagnis. In diesem Markt dominieren die Quark Expeditions mit vielen kleinen und größeren Schiffen. Dazu kommen excellente Schioffe von Hapag Lloyd Kreuzfahrten und Le Ponant. Der Marktanteil deutschsprachiger Gäste ist nicht groß, so dass unbedingt auch der amerikanische Markt umworben werden muss. Auch wenn die Hybridtechnologie mit ihrem enormen Bedarf an Speichern (Batterien) noch in den Kinderschuhen steckt, so ist der Vorstoß der Hurtigruten beispiellos und richtig. Rautenberg Reisen wünscht Hurtigruten von Herzen alles Gute mit dem Start in eine zwar noch lange nicht „grüne“ aber doch immer grünere Zukunft.

Ihr, NilsRautenberg

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