Hurtiguten Reisebericht September 2017 – Tag 4

By 9. September 2017 No Comments

09.09.2017 Trondheim, der Nidaros-Dom, eine unerreichte Cousine und eine Beschwerde

Der Tag verspricht wieder einmal allen Wettervorhersagen zu trotzen. Uns erwartet eine Mischung aus Wolken und Sonnenschein am Himmel Trondheims. Tolle Voraussetzungen für einen entspannten Vormittag in der früheren Krönungsstadt.

Über Facebook hatte ich am Vortag Kontakt zu meiner Cousine Sølvi, die ich bestimmt schon seit 1 ½ Jahren nicht mehr gesehen habe. Überraschend erfuhr ich, dass sie mit ihrem Mann seine Familie in Trondheim besucht. Da wäre doch ein spontanes Treffen gar nicht übel, nicht?
Leider war das weit gefehlt. Die Beiden haben ein Wochenende auf Munkholmen gebucht. Das ist die ehemalige Gefängnisinsel Trondheims, ca. 300 Meter vor der Küste liegend und damit auch von unserem Hurtigruten Schiff. Eine Passage dorthin ist nicht jederzeit möglich, rüberschwimmen garantiert tödlich. Sehr schade. Also bis auf ein anderes Mal, liebe Cousine!

Wir spazierten zuerst zum Ufer mit freiem Blick auf Munkholmen, dann weiter zum Bahnhof. Über eine Brücke kommt man dort über die Gleise. Für Gehbehinderte gibt es auch auf beiden Seiten Fahrstühle.
Dann ging es weiter über den Fluss der die Stadt umrundet; den Nidelva. Die Domführerin war auf 10.00 Uhr bestellt. Wir hatten also genug Zeit, uns dem Nidaros-Dom von der anderen Seite her zu nähern. Somit ging es in einem Bogen durch das alte, studentisch geprägte Stadtviertel, über die alte Holzbrücke zum Dom. Mein Lieblingsweg!

Der Nidarosdom

Vom Dom gibt es von innen keine Bilder, da Fotografieren dort nicht erlaubt ist. Die Führung dauert ca. eine halbe Stunde und im Anschluss bummelten wir quer durch die Innenstadt zurück zum Schiff. Dort angekommen, stand das Mittagessen schon parat. Bestens versorgt schlich sich eine gewisse Müdigkeit ein und ein Verdauungsschläfchen drängte sich förmlich auf. An Bord begegnete ich meinen Gästen. Einem Ehepaar erzählte ich von meiner Pause und bekam dann eine Antwort, die mich aufhorchen ließ: „Ich hätte mich auch gerne ein wenig hingelegt, aber mir fehlte die Information, dass heute Nachmittag nicht wichtiges mehr anliegt“. Ein verärgerter Unterton in der Stimme war nicht zu verkennen.
Natürlich bezog sich diese Kritik auf mich, bzw. meine Leistung als Reiseleitung, ohne es „freiwillig“ auszusprechen. Generell ist es sehr schade, dass die Gäste einen Kritikpunkt hatten, ohne ihn mir direkt mitzuteilen. Bereits am Anfang jeder Reise bitte ich die Gäste mich sofort anzusprechen, wenn sie ein „leichtes Magengrummeln“ haben. Am besten, bevor sie sich ärgern. Hier war es dann der Zufall, der auf einen Missstand hinwies und ich musste mich fragen, was ich falsch gemacht hatte.

Es dauerte eine Weile, die Ursache zu finden.

Der Ursprung war, dass Hurtigruten keine gedruckten Informationen mehr zum aktuellen Tag auf Papier heraus gibt. Auf diesem Tagesverlauf stehen die verschiedenen, von Hurtigruten angebotenen Aktivitäten und auch die angelaufenen Häfen samt Aufenthaltsdauer an Land. An verschiedenen Wänden hängen Monitore, auf denen das Programm abgebildet ist und auch aktuell angepasst wird. Leider kann man diese Informationen weder einstecken und nach Bedarf wieder hervor holen. Wenn man die Monitore nicht den ganzen Tag im Überblick hat, dann läuft man in Gefahr einer Fehlinformation. Sehr ärgerlich.

Diesem Problem konnte Abhilfe geschafft werden, ich konnte jeden Tag das Tagesprogramm am Expeditionsschalter abholen. Schade für die Individualgäste, die das nicht wissen. Darüber hinaus verlegte ich dann die Information für die Aktivitäten von Rautenberg Reisen für den kommenden Tag, anstelle einer Information am Abend. Das Problem war damit gelöst, die Reise konnte unbeschwert weiter gehen.

 

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