Hurtiguten Reisebericht September 2017 – Tag 11

By 16. September 2017 No Comments

Hafen entlang der Hurtigruten - (c) Rautenberg Reisen

16.09.17 – Herbstlandschaften erleben – ein schöner Tag entlang der Küste

Irgendwie immer ein schöner Tag, diese Reise entlang der Küste Norwegens. So gemütlich und ruhig.  Die Ankunft in Bodø verschläft fast Jeder, es ist mitten in der Nacht. Nach dem Frühstück passieren wir den Polarzirkel – Globus bei bestem Wetter und zum Greifen nah.

Nachdem wir Nesna verlassen haben taucht in der Ferne die Gebirgskette der sieben Schwestern auf. Wir genießen das Panorama an Bord der MS Nordkapp. Die längere Liegezeit in Sandnessjøen ist Vergangenheit und dem nächsten Anlauf in Brønnøysund zum Opfer gefallen. Hier bieten Hurtigruten einen geführten Spaziergang gegen Entgelt an.

Spazieren gehen können Sie aber auch sehr gut individuell:

Gehen Sie von Bord (Schiff im Rücken) bis zur Hauptstraße(Storgata). Gehen dann nach rechts die Hauptstrasse entlang. An der nächsten Querstrasse (ohne  Namen) biegen Sie dann links in ein Wohngebiet ab. Hier stehen sehr schöne Holzhäuser. Sie gehen weiter bis es nicht mehr geht. Ein Wasserarm versperrt Ihnen den Weg. Hier halten Sie sich rechts und bummelnden „Innerveien“  bis zu der kleinen „Bronnoy Kirke“ in 1870 ganz aus Stein gebaut. Von der Kirche aus halten Sie sich rechts (Skolegate), über die Hauptstrasse bis hinunter ans Wasser (Havnegata). Es lohnt noch ein kleiner Abstecher auf einen geschotterten Platz am Yachthafen. Von hier aus haben Sie einen schönen Blick auf Ihr Schiff.

Ist das Schiff nicht mehr da, dann haben Sie unseren Leitsatz für eine Hurtigrutenreise aus den Augen verloren: Bei individuellen Ausflügen bitte immer auf die Uhr achten und so planen, dass Sie 20-30 Minuten vor Abfahrt wieder beim Schiff sind!

Da die reine Wegstrecke lediglich 2.000 Meter beträgt, ist das in den 90 Minuten, die Ihnen zur Verfügung stehen sehr gut zu schaffen. Sind Sie rechtzeitig beim Schiff, so lohnt sich noch ein Eis auf die Hand aus dem kleinen aber überfüllten Kaffee / Kiosk ca. 30 Meter von der Gangway entfernt.

Ca. 30 Minuten nach Verlassen von Brønnøysund, folgt der Höhepunkt des Tages. Ihr Schiff fährt um einen steil aus dem Wasser ragenden Berg. Sein Name lautet Torghatten. Berühmt ist er aufgrund eines Loches in der Mitte. Ob Sie es glauben oder nicht, das Loch hat einen Durchmesser von 35 Metern!

Hier die Geschichte zum Torghatten:

Der Sohn des Trollkönigs Vågekallen, Hestmannen, lebte auf den Lofoten und war schon in jungen Jahren als wahrer Schürzenjäger bekannt. Gegenüber auf dem Festland lebte der mächtige Trollkönig Sulitjelma, der sieben Töchter hatte. Unerzogen und wild waren sie – kaum zu bändigen. Die ehrbare Jungfrau Lekamøya sollte sich fortan um die Erziehung kümmern und Sulitjelma schickte seine Töchter zu ihr.

Eines Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord zum Festland und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen. Sie sang wunderschön und kämmte sich die Haare. Sofort begehrte Hestmannen sie. Er sprang mit seinem Pferd über den Vestfjord und im Galopp ging es Richtung Süden. Lekamøya erblickte ihn alsbald und entschloss sich zur Flucht vor dem Tunichtgut. Sie und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht. Die sieben Schwestern fanden Hestmannen gar nicht so übel, stattlich, groß, wild und eines Königs Sohn. Sie hockten sich Nahe Althaug hin und erwarteten ihn. Wen würde er bevorzugen? Hestmannen würdigte sie keines Blickes und flog förmlich an ihnen vorbei, da er nur Augen für Lekamøya hatte.

Lekamøya war allerdings gar nicht angetan und flüchtete weiter. Hestmannen in seiner Ehre gekränkt, dass ihn seine Angebetete verschmäht,  nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab.

Der Trollkönig der Sømnaberge beobachtete das Geschehen aufmerksam, denn er hatte schom immer ein wachsames Auge über Lekamøya. Bevor der Pfeil sie treffen konnte warf seinen Hut in die Flugbahn. Lekamøya blieb unverletzt, der Hut blieb auf der Insel Torgar durchschossen liegen.

Die Sommernächte im Norden sind sehr kurz und Niemand hatte während dieser Jagt daran gedacht. Schon ging die Sonne auf und alle Trolle  versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen. Der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hat.

Traurig, aber vielleicht wahr…. 😉

Heute ist für viele Gäste der letzte Abend an Bord. Hurtigruten fügt sich der Tradition der klassischen Kreuzfahrtschiffe und bietet an dem Abend ein „Farwell Dinner“ an. Glücklicherweise aber in gemäßigter Form, denn Prunk und Pomp passt einfach nicht zu den norwegischen Postschiffen. Keine Kleiderordnung, nur die Vorstellung und Verabschiedung des Personals samt Kapitän.

Um 21:00 haben wir nochmal die Gelegenheit das südgehende Schiff im Hafen von Røros zu besichtigen. Dann heißt es: Koffer packen für die Heimreise!

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