Hurtigruten Reisebericht September 2017 – Tag 10

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  • 15. September 2017

15.09.17 – „Indre Filet“ – Versterålen & Lofoten, das „Filetstück“ Norwegens

Mit Sicherheit der landschaftlich schönste Tag Reise mit den Hurtigruten. Nach verlassen Harstad im Norden der Vesterålen steuert unsere MS Nordkapp zunächst um die Inselwelt herum. Die ganze Region erstrahlt in satten Herbstfarben, rot, gelb und goldbraun. Hier möchte man eigentlich mehr weg. Unser Kapitän kennt aber keine Gnade, der nächste Hafen erwartet uns. Die Landschaft zieht gemächlich an uns vorbei.

Eine echte nautische Herausforderung ist die 4,5 Kilometer lange Risøyrinne, kurz vor Erreichen des Ortes Risøyhamn. Damit der Hafen überhaupt erreichbar ist, hat man unter der Wasserlinie einen Graben ausgehoben. Die Postschiffe passen grade so hindurch. Rechts und links von der Rinne werden wir aufmerksam von den Kormoranen beobachtet, die auf den „Bojen“ den Tag verbummeln.

Anschießend laufen wir um die Mittagszeit in Stamsund ein. Kurz vor Ankunft sehen wir eine Brücke, die von den Ausflugsbussen „Vesterålen erleben“ überquert werden, wenn wir darunter her fahren. Irgendwie eine nette Idee.

Bevor wir uns in den Raftsund begeben, halten wir in Stokmarknes. Hier befindet sich das Hurtigrutenmuseum, das mal Eintritt kostet und mal nicht. Heute ist es für 50 NOK erlaubt, sich mit der Geschichte der Hurtigruten auseinander zu setzen. Darüber hinaus kann man die alte MS Finnmarken besuchen, die vor dem Museum aufgebahrt ist. Geschichte zum Anfassen sozusagen. Heute stöbere ich mit einem bestimmten Ziel im Museum herum. Besonders angetan hat es mir die Ecke mit der Übersicht aller Schiffe, die jemals auf der Hurtigruten-Strecke gefahren sind.

Hurtigruten – Foundation Auktion im Cafe Multe

Als ich gestern Abend an Bord der MS Nordkapp eher zufällig ins Kaffee Molte spazierte, stolperte ich über die Hurtigruten Auktion, die grad eben begann. Das ist neu. Es gibt eine Hurtigruten – Foundation die mittels Spenden und Auktionen unterstützt wird.

Zu ersteigern gab es drei Dinge, von denen es mir zwei ganz besonders angetan haben. Eine 90 Jahre alte Aktie der Reederei SDS, eine der vielen kleinen Betreiber der Postschifflinie über damals 100 NOK. „Muss ich haben“, dachte ich mir und bot darauf. Das Interesse war nur in einer weiteren Ecke des Kaffee Multe zu hören. Für 600 Kronen ging die Aktie in meinen Besitz über.

Ein Sami Messer brachte der Hurtigruten-Foundation einen Ertrag über dem eigentlichen Kaufpreis. Das Messer gibt es regulär für 980 NOK zu kaufen, in der Aktion brachte es satte 1200 NOK. Einen Glückwunsch dem glücklichen Gewinner!

Zu guter Letzt, dann das konkrete Objekt meiner Begierde: Die alte Flagge der MS Nordkapp. Mehrfach über den Äquator gereist, sowie über den nördlichen und südlichen Polarkreis. Mit Posthorn, welches ausschließlich die Postschiffe verwenden dürfen. Als die MS Nordkapp 1996 auf reisen ging, war dieses Schiff auch meine erste Begegnung  mit den Hurtigruten.

Der Raftsund ist das nächste Ziel.

Die Passage gilt als Höhepunkt der Reise. Imposant ragen die Berggipfel zu den Seiten auf, gemächlich zieht die MS Nordkapp ihre Bahn. Nun heißt es: Fototasche packen, auf Deck 2 sammeln und schon betreten wir zu Dritt das Boot zur Adlersafari. Der Rest der Gruppe bleibt und genießt die Weiterfahrt bis Svolvær an Bord der Hurtigruten.

Unser kleines Boot mit maximal 50 Passagieren ist zu ca. ¾ gefüllt. Genug Platz also, um auf Adlerjagt mit der Kamera zu gehen. Heike und ich haben uns im hinteren Bereich einen Platz gesichert. Hier ist es bei weitem nicht so kalt wie vorne und zu sehen gibt es genug. Leider hat der Kapitän nicht seinen besten Tag. Immer wenn sich ein Adler die Federn zurecht gelegt, sich also perfekt vor der Linse positioniert hat, gibt der Kerl Gas und weg sind wir… Ich habe die Tour schon oft gemacht, aber so viel Unaufmerksamkeit ist mir noch nicht begegnet. Dafür hat meine Ausrüstung und meine Ausbildung an der Kamera deutliche Fortschritte gemacht. Das spiegelt sich in den Fotos wieder.

Ausflug „Lofoten auf der Zunge“

In Svolvær angekommen, halte ich vergeblich Ausschau nach der MS Nordkapp. Unser Bus samt Christian-Ivar unserem Lofoten Tourguide wartet an der Pier. Schon wieder verspätet! Mit einer halben Stunde über dem Fahrplan läuft die MS Nordkapp in den Hafen ein. Als Grund stellte sich heraus, dass unser Kapitän so viel Freude am Trollfjord hatte, dass er am Ende anstelle einer Drehung gleich mehrere vollführte. Ich würde ihm auch gerne etwas umdrehen, denn wir haben für unsere exklusive Tour wertvolle Zeit verloren.

Aber gut, dass wusste er wahrscheinlich nicht, da außer uns nur eine weitere private Gruppe das Schiff verlässt.

Die Überlandtour ist und bleibt einfach toll! Trotz des schwindenden Lichtes genießen wir die Fahrt über die Lofoten, mit einem kleinen Stopp in Henningsvær geht es weiter auf einer Nebenstraße entlang der Westküste der Lofoten. Mittlerweile ist es dunkel geworden, der Mond ist die einzige Lichtquelle. Kein Nebel versperrt uns diesmal das schummrige Panorama über die Küstenlinie.

Ein kleines Abendessen erwartet uns in der Skolestua Kafe Haukland, bei den beiden Berlinern Jochen und seiner Frau. Sie leben mit ihren 3 Kindern seit gut 2 Jahren auf den Lofoten und haben sich dort ihre eigene, bescheidene und Existenz aufgebaut. Sie heißen uns sehr herzlich Willkommen und nach ca. 45 Minuten verlassen wir gut gelaunt und gesättigt das Restaurant . Weitere Informationen zum Restaurant finden Sie auf deren Facebook-Seite

Pünktlich erreichen wir unser Schiff zur Abfahrt in Stamsund und setzen während der Nacht über einen sehr ruhigen Vestfjord. Zum Abschied leuchtet der Himmel grün! Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Zum Niederknien schön!

 

 

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