Vardø

Die kleine Stadt am Eismeer ist die östlichste Stadt Norwegens (östlicher als Sankt Petersburg, Istanbul oder Kairo) und Endpunkt der Europastraße E75, die auf Kreta beginnt.

„Pforte zur Barentsee und Nordostpassage“

Bis 1850 war Vardø nur als kleines Fischerdorf bekannt. Bis 1910 stieg die Bevölkerungszahl enorm (auf heute ca. 2.000 Einwohner) und die Region um Vardø wurde schnell eine bekannte Einwanderungsprovinz. Durch die florierende Wirtschaft, wurde der Umzug in diese Region zu einer Alternative zur Auswanderung in die USA. Ein Beispiel dafür findet sich im Pomorenhandel und in der Fischerei.

Der ungarische Astronom und Jesuit Miksa (Maximilian) Hell, Direktor des Wiener Observatoriums, fuhr im Jahr 1768 im Auftrag von König Christian VII von Dänemark/Norwegen nach Vardø. Sein Auftrag war den Transit des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe zu verfolgen. Aus dieser Beobachtung konnte man zum ersten Mal den genauen Abstand zwischen Erde und Sonne errechnen. Hell baute dafür ein Observatorium in der kleinen Stadt am Eismeer.  Er bestimmte zudem mit den damaligen Methoden mit großer Genauigkeit die geografische Länge und Breite des Ortes.

Vardø verfügt über eine eigene Festungsanlage, dem Vardøhus Festning. Um 1300 bis 1330 gebaut. Die Anlage wurde zur Wahrung norwegischer Interessen an dieser Region errichtet. Bis heute war sie jedoch nie im Einsatz und daher bestens erhalten. Seit 2011 erinnert ein Hexenmahnmal an die Verbrennungen im 18. Jahrhundert. Der Eintritt ist mit 50 NOK ein wenig hoch, so dass auch nur ein Bummel um die Festung herum als ausreichend zu bezeichnen ist.

Quellen: DUMONT Reisetaschenbuch, Hurtigruten – Die schönste Seereise der Welt