Vadsø

Das multikulturelle und lebhafte Städtchen am Eismeer ist nicht nur die Hauptstadt der Region Finnmark sondern auch ein Stück norwegische und europäische Nordpolgeschichte. Es ist der einzige Ort entlang der Hurtigurten-Strecke, der nur nordgehend angelaufen wird.

AUSGANGSPUNKT DER NORDPOLEXPEDITIONEN

Im 18. und 19. Jahrhundert wanderten zahlreiche Finnen aufgrund der Hungersnot im eigenen Land aus. Noch heute ist der Anteil der finnisch sprechenden Bevölkerung sehr groß. 1977 weihte der finnische Staatspräsident zusammen mit dem norwegischen und schwedischen König das „Einwandererdenkmal“ ein.

1833 bekam Vadsø (heute ca. 6.000 Einwohner) die Rechte einer Kaufmannsstadt und so wurde sie wichtigstes Handelszentrum, besonders zu Zeiten des Pomorenhandels. Der Pomorenhandel war eine Handelsbeziehung zwischen den Küstenbewohnern in Nordnorwegen und den Russen im Gebiet des Weißen Meeres. Getauscht wurden hauptsächlich Mehlsorten, Hafergrütze, Fleisch, Meiereiprodukte, aber auch Teer, Leinwand, Tauwerk, Rinde und Luxuswaren wie Süßigkeiten und Porzellan.

In der Nähe des Kais steht ein auffälliger 60 Meter hoher Mast, der ein Stück norwegische und europäische Nordpolgeschichte ist. An diesem Mast, der vom italienischen Luftfahrtsingineur Umberto Nobile errichtet wurde, wurden die großen Luftschiffe „Norge“ (1926) und „Italia“ (1928) festgemacht. Von Vadsø führten die Fahrten mit den Luftschiffen bis Ny-Ålesund auf Spitzbergen, von wo die berühmten Nordpolexpeditionen starteten. Die malerische Kirche in Vadsø ist bereits die 4. Kirche in der Stadt und wurde erst 1958 geweiht.

Hurtigruten stopt am morgen nur sehr kurz, um sich dann auf den Weg zum Umkehrpunkt zu machen: Kirkenes