Mehamn

Der kleine Ort Mehamn ist einer der Orte in der Finnmark, der gänzlich von der Rohstofflieferung aus dem Meer abhängig ist. Der Hafen ist die nördlichste Anlegestelle auf der Hurtigruten Seereise.

DER NÖRDLICHSTE HAFEN DER HURTIGRUTEN REISE

Die wichtigste Einnahmequelle von Mehamn ist die Fischerei, die Fischannahme und die Weiterverarbeitung. Der kleine Ort mit 1.300 Einwohnern exportiert heute Königskrabben nach Spanien und Japan, Trockenfisch nach Osteuropa und Afrika, frischen und gefrorenen Fisch nach Skandinavien und Europa und Salzfisch nach Spanien.

Die Abhängigkeit von den Meeresressourcen führte 1903 zu einer großen Aufruhr zwischen Fischern und Walfängern. Um die Jahrhundertwende gab es in der Region viele Wale, sodass auch mehrere Walfangstationen entstanden. Auf der Flucht vor den fischfressenden Walen trieben die Fische in flachere Gewässer. Hier war es für die Fischer einfacher ihren Fisch zu fangen. Nachdem der Walbestand und die Fischerträge immer mehr zurückgingen, steigerte sich die Unzufriedenheit in Mehamn. Nach mehreren Klagen der Fischer vor dem norwegischen Storting (Parlament) und unzähligen Vertagungen nahmen die Fischer die Sache selber in die Hand. 1903 stürmten 1.200 Fischer die Walfangstationen, rissen Häuser nieder, zerstörten Maschinen und entleerten Tranfässer. Schließlich griff das Militär ein, nahm mehrere Anführer des Aufstandes fest und sorgte für Ruhe und Ordnung. Erst im darauffolgenden Jahr, nachdem der Walbestand schon fast ausgerottet war, wurden die Wale unter Schutz gestellt.

Quellen: DUMONT Reisetaschenbuch, Hurtigruten – Die schönste Seereise der Welt