Kjøllefjord

Das kleine Kjøllefjord in Nordnorwegen ist ein idyllischer Ort mit farbenfrohen Häusern in karger Landschaft und einer regen Handelsvergangenheit. Bekannt ist das Dorf für die schönste Klippe des Landes.

KJØLLEFJORD UND DIE „FINNKJERKA“

Kjøllefjord (ca. 1.400 Einwohner) gehört zu den größten Fischereihäfen in Finnmark. Bereits vor dem 16. Jahrhundert wurde hier Handel betrieben. Nach einer Distriktzuteilung sollte Kjøllefjord Handel mit den Samen, Norwegens Urbevölkerung, treiben und wurde so schnell ein größerer Handelsplatz als Vadsø und Vardø. Um 1750 diente der Ort nicht nur als Lagerplatz für verschiedene Erzeugnisse der Region, die die Bewohner Bergens und später die Dänen abholten, sondern auch als Hafen für russische Boote, die an der Küste Tauschhandel betrieben. Des Weiteren diente Kjøllefjord als Nothafen für fremde Schiffe auf dem Weg nach Archangelsk am Weißen Meer.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges brannte die Stadt fast völlig ab. Die meisten Einwohner kehrten nach ihrer Evakuierung jedoch wieder zurück und begannen den Wiederaufbau des Dorfes. Die Kirche in Kjøllefjord, die 1951 eingeweiht wurde, war eine der ersten, die nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde. Das Gotteshaus war ein Geschenk dänischer Gemeinden aus Dankbarkeit, dass Dänemark vor dem Krieg bewahrt blieb. Heute ist Kjøllefjord ein idyllisches Dorf mit farbenfrohen Häusern, die ein kleiner Lichtblick in der kargen Landschaft sind.

Bei der Einfahrt in den Kjøllefjord können die Passagiere der Hurtigruten Schiffe die bizarr geformte Felsformation „Finnkjerka“ sehen, die einer Kirche mit Türmen und Spitzen ähnelt. Sie ist eine der schönsten Klippen des Landes und war früher, so wird gesagt, ein Opferplatz der Samen.

Quellen: DUMONT Reisetaschenbuch, Hurtigruten – Die schönste Seereise der Welt